Synonyme
Schleimbeutelentzündung, Bursitis
Zahlenmäßig die geringste Bedeutung bei den weichteilrheumatischen Beschwerden haben die Bursopathien. Dabei handelt es sich um akute oder chronische Reizzustände der Schleimbeutel, wobei diese meist durch chronischen Druck geschädigt sind.
Auch Aussackungen der Sehnenscheiden oder der Gelenkskapsel – entsprechend sekundären Schleimbeuteln - können durch eine chronische Reizung oder durch endogene Entzündung, z.B. bei RA, die Klinik einer Bursopathie zeigen.
Überwiegend sind junge Erwachsene betroffen.
Meist handelt es sich um eine chronische, mechanische Irritation, wobei der Reiz mitunter nicht fassbar ist. In der Folge kann es zum Auftreten von Verkalkungen der betroffenen Strukturen kommen.
Charakteristisch ist der belastungsabhängige Schmerz, in Abhängigkeit von Größe und Lokalisation auch eine Behinderung der Funktion.
Bei mechanischer Genese sind sämtliche Laboruntersuchungen unauffällig; sonst finden sich Veränderungen einer eventuellen Grundkrankheit.
Die Röntgenuntersuchungen der betroffenen Gelenke zeigen keine Auffälligkeiten. Mitunter kommen Kalkdepots an extraartikulären Lokalisationen zur Darstellung.
Mittels Ultraschall-Untersuchungen kann eine genaue Größenausmessung – auch zur Verlaufskontrolle – erfolgen.
Die Magnetresonanz-Tomographie kommt zum Einsatz, wenn mit anderen Untersuchungsmethoden keine ausreichend sichere Diagnosestellung möglich ist.
Im akuten Stadium ist mitunter eine Ruhigstellung des betroffenen Sehnen-Muskel-Abschnittes erforderlich. Des Weiteren kommen lokale Kryotherapie und topische NSAR zum Einsatz. Durch Gleichstrom oder Impulsstrom lässt sich die lokale Durchblutung verbessern. Günstig ist zumeist eine lokale Infiltrationsbehandlung – mit einem Lokalanästhetikum und einem Glukokortikoid. NSAR und Analgetika können ebenfalls angewandt werden. Wichtig ist es, jede mechanische Manipulation am schmerzhaften Bezirk zu vermeiden.
Das chronische Stadium ist eine Domäne der physikalischen Medizin. Zur Anwendung kommen hyperämisierende und abschwellende Salben, Moor- und Schlammpackungen, Massage der reflektorisch verspannten Muskulatur, Friktionsstäbchen- oder Unterwassdruckstrahlmassagen. Auch Elektrotherapie in Form der Iontophorese oder diadynamische Impulsströme sowie Kurz- oder Mikrowellentherapie kommen in Frage.
Bei Vorliegen von Verkalkungen kann mittels extrakorporaler Stoßwellentherapie eine Auflösung versucht werden.
Bei konservativ nicht zu beherrschenden Beschwerden müssen auch operative Verfahren angedacht werden.

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