Fingerpolyarthrosen sind ein relativ häufig anzutreffendes Krankheitsbild (ca. 25%), wobei nur ein Teil der Patienten symptomatisch ist. Erstmals manifestieren sich arthrotische Veränderungen ab dem 30.Lebensjahr und nehmen dann mit dem Alter progredient zu.
Meist sind die Patienten asymptomatisch oder klagen über Kälte-abhängige Schmerzen in den Fingergelenken sowie eine Morgensteifigkeit von wenigen Minuten, die sich durch Bewegung rasch bessert. Mit Dauer der Erkrankung klagen die Patienten über eine zunehmende Einschränkung der feinmotorischen Fähigkeiten.
Bei der klinischen Untersuchung findet man Heberden’sche und Bouchard’sche Knötchen. Diese entwickeln sich langsam über Monate bis Jahre. Im Laufe der Jahre werden die Hände zunehmend plumper und grober; extreme Fehlstellungen oder eine Atrophie der Mm. interossei (wie bei der rheumatoiden Arthritis) fehlen jedoch.
Gelegentlich treten diese Veränderungen auch rasch auf und sind mit mäßigen Entzündungszeichen verbunden – erosive Fingerpolyarthrose. Typischerweise sind hierbei Frauen in der Menopause betroffen.
Eine Arthrose im Bereich des Carpometacarpalgelenkes I bezeichnet man als Rhizarthrose. Bei länger bestehender Arthrose findet sich eine Atrophie der Daumenballenmuskulatur.
Röntgenbilder der Hände liefern ganz charakteristische Befunde:
- Verschmälerung des Gelenkspaltes
- Bandförmige, subchondrale Spongiosaverdichtung
- Ausladende Verbreiterung und Begradigung der Gelenkflächen, Randosteophyten, meist bilateral, symmetrisch
- Kleine, subchondrale Gelenkzysten
Bei der erosiven Fingerpolyarthrosen finden sich Erosionen an den Gelenkkonturen, die im Vergleich zu der RA zentral beginnen.
Zumeist reichen physikalische Maßnahmen aus: Kälteschutz der betroffenen Gelenke sowie morgendliche lauwarme Handbäder. Von physiotherapeutischer Seite ist das regelmäßige Ausüben einer Fingergelenksgymnastik sinnvoll, vor allem auch um einer fortschreitenden Ankylose der Gelenke vorzubeugen.
Bei Schmerzen ist zumeist Paracetamol ausreichend; nur selten werden NSAR notwendig.
Als Struktur-modifizierende Substanzen sind einerseits Chondroitinsulfat und andererseits Diacerein unter Verwendung.
Bei erosiven Verläufen mit ausgeprägter Schmerzsymptomatik kann auch eine Therapie mit Resochin versucht werden.
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