Die Periarthropathie des Hüftgelenkes ist ein häufiges Begleitsymptom von beginnenden und dekompensierten Coxarthrosen. Es kann sich aber auch um einen spondylogenen Irritationszustand bei degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule, ein mechanisch-dynamisches Dekompensationssyndrom bei Haltungsanomalien der Lendenwirbelsäule und/oder des Beckens oder um Fehlbelastungen unterschiedlicher Genese handeln.
Am häufigsten handelt es sich um eine Enthesiopathie im Bereich des Trochanters major; gelegentlich findet sich eine Bursitis trochanterica.
Meist kommt es zum Auftreten von - oft blitzartig einsetzenden - Schmerzen im Bereich des Trochantermassivs mit Ausstrahlung entlang der Außenseite des Oberschenkels bis in die Kniegelenksregion. Typisch sind Schmerzen bei Bewegung sowie in der Nacht, beim Liegen auf der betroffenen Seite.
Klinisch finden sich druckschmerzhafte Stellen am Trochanter major, an der Tuberositas glutealis und häufig zusätzlich am Tuber ischiadicum. Mitunter kann auch die Spina iliaca anterior superior (Ursprung des M. tensor fasciae latae und des M. sartorius) druckempfindlich sein. Durch Beugung und Abduktion im Hüftgelenk lassen sich Schmerzen im Trochanter- und Gesäßgebiet provozieren.
Die Entzündungswerte sind normal.
Röntgen der Hüftgelenke im Stehen zeigen oft degenerative Veränderungen. Außerdem können anatomische Auffälligkeiten, wie eine Beinlängen-Differenz, dargestellt werden. Auch können lokale Verkalkungen in Sehnen- und Sehnenansätzen zur Darstellung kommen.
Wichtig ist auch eine radiologische Untersuchung der Lendenwirbelsäule.
Tendomyopathische Hüftschmerzen können die Folge zahlreicher Zustandsbilder sein. Es kommen sowohl Erkrankungen des Hüftgelenkes selbst als auch benachbarter Gelenke, nämlich der Knie-, Iliosakral- oder der Intervertebralgelenke, sein. Im Rahmen von vertebralen Fehlhaltungen und Erkrankungen der Wirbelsäule können funktionell-reflektorische Tendomyopathien auftreten.
Mitunter verursachen Erkrankungen von Organen des kleinen Beckens klinisch ähnliche Zustandsbilder. Von neurologischer Seite kommen Kompressionssyndrome der Nn. ilioinguinalis, iliohypogastricus, cutaneus femoris lateralis, femoralis und ischiadicus differentialdiagnostisch in Frage. Auch Sehnenzerrungen verursachen ähnliche Zustandsbilder.
Von den Systemerkrankungen kann die Polymalgia rheumatica relativ leicht ausgeschlossen werden.
Auch hier kommen, wie bei allen Periarthropathien, physikalische Maßnahmen in Frage. Angewandt werden lokale, dosierte Kryotherapie, lokale NSAR-Applikationen, ev. in Form einer Iontophorese, aktive und passive Bewegungsübungen - unter besonderer Beachtung einer Haltungsschulung.
Analgetika und NSAR können ebenfalls erforderlich sein; Infiltrationen mit Lokalanästhetika oder Lokalsteroiden sind segensreich.
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