BACLOFEN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Strukturformel    
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Strukturformel 
Baclofen
 
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: M03BX Muskelrelaxantien, zentral wirkende Mittel / Andere zentral wirkende Mittel
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Wirkmechanismus
Baclofen dämpft die mono- und polysynaptische Reflexübertragung auf spinaler Ebene durch Besetzung der GABA-Rezeptoren und verstärkt damit die hemmenden Einflüsse.
Die neuromuskuläre Reizübertragung bleibt durch Baclofen unbeeinflusst.
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Handelsnamen
Österreich Lioresal, Lioresal inthrathekal
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Anwendungsarten
nicht invasiv: oral (Tabletten)
invasiv: Ampullen zur intrathekalen Applikation
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Indikationen
– spastische Zustände bei Multipler Sklerose
– Spastizität bei Rückenmarkserkrankungen (infektiös, degenerativ, traumatisch, neoplastisch)
– Spastizität cerebraler Genese (hier empfiehlt sich die intrathekale Applikation)
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Kontraindikationen
– Überempfindlichkeit gegenüber Baclofen
– gastrointestinale Ulcera (auch anamnestisch)
– cerebrovasculäre Erkrankungen
– respiratorische, renale oder hepatische Insuffizienz
– Schwangerschaft (außer bei vitaler Indikation)

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
initial: 3mal tgl. 5 mg
alle drei Tage um jeweils 5 mg steigern bis zur notwendigen Dosis
optimale Tagesdosis: 30-75 mg
maximale Tagesdosis bei hospitalisierten Patienten: 100-120 mg
initial: 4mal tgl. 2,5 mg
alle drei Tage Dosissteigerung
Tagesdosis: 0,75-2 mg/kg KG
max. Tagesdosis für Kinder über 10 Jahren: 2,5 mg/kg KG

Einschleichen - individuell anpassen - über eine bis zwei Wochen ausschleichen.

Tagesdosis bei Erwachsenen auf mind. drei, bei Kindern auf mind. vier Einzeldosierungen aufteilen.

Intrathekale Anwendung:
jeder Patient erhält vor der Erhaltungstherapie eine Bolusinjektion, dann erfolgt vorsichtige, individuelle Dosisanpassung.
Die individuelle Empfindlichkeit auf Baclofen ist stark unterschiedlich;
Teilweise kann es bei Erwachsenen nach einer Testdosis von 25 μg zu schwerer Überdosierung (Koma) kommen.
Bei Patienten, die auf 100 μg nicht ansprechen, ist Baclofen zur kontinuierlichen Infusion nicht geeignet.

Testphase: Erwachsene: 25 oder 50 μg Bolustestdosis
In mind. 24h Abständen um jeweils 25 μg erhöht, bis eine Reaktion (Verringerung des Muskeltonus und/der Häufigkeit bzw. Schwere der Spasmen) mit 4-8h Dauer zu beobachten ist.
Kinder: 25 μg Bolustestdosis

Dosisanpassung: Testdosis, mit der eine Wirkung erreicht wurde verdoppeln und kontinuierlich über 24h verabreichen.
(Ausnahme: Wurde mit der Testdosis eine Reaktion erreicht, die 12h anhielt, ist diese über 24h zu verabreichen.)

Spinale Spasmen: Eventuell langsame Dosisanpassung und Erhöhung um jeweils 10-30 %
Cerebrale Spasmen: Eventuell langsame Dosisanpassung und Erhöhung um jeweils 5-15 %

Da die Erkrankung fortschreitet oder die Ansprechbarkeit auf Baclofen mit Dauer der Therapie nachlässt, muss meist eine Dosiserhöhung stattfinden.
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit
ZNS: Sedierung, Müdigkeit, Übelkeit, Muskelhypotonie, Verwirrtheit, Schwindel, Visusstörungen, Geschmacksstörungen, Hyperhidrosis, Euphorie, Depression, Parästhesien, Myalgien, Ataxie, Muskelschwäche, Tremor, Nystagmus, Halluzinationen, Alpträume, Konvulsionen
Herz und Kreislauf: Hypotonie
Atmung: Dyspnoe, Atemdepression,
Magendarmtrakt: , Mundtrockenheit, Erbrechen, Obstipation, Diarrhoe
Leber und Pankreas: Leberfunktionsstörungen
Nieren und Blase:Dysurie, Pollakisurie, Enuresis
Haut: Exantheme, Urtikaria, Juckreiz,
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Interaktionen
ZNS-beeinflussende Medikamente und Alkohol: Sedierung wird verstärkt
trizykl. Antidepressiva: Baclofenwirkung verstärkt
Antihypertensiva: hypotensiver Effekt verstärkt
Laevodopa+Carbidopa: Konfusionen, Halluzinationen, Agitation
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Vorsichtsmaßnahmen
Baclofen vermindert das Reaktionsvermögen

Bei Spastizität infolge von Kopfverletzungen sollte die Baclofentherapie erst begonnen werden sobald die Symptome der Spastizität stabil sind (mind. ein Jahr nach Trauma).
Bei eingeschränkter Nierenfunktion besonders niedrig dosieren. (etwa 5 mg/dTag)
Während der Test- und der Dosisanpassungsphase muss der Patient sorgfältig überwacht werden.
Baclofen tritt bei oraler Gabe nur in geringem Maße in die Muttermilch über. Nicht bekannt ist, ob auch bei Müttern, die es intrathekal verabreicht bekamen, Baclofen in der Muttermilch nachweisbar ist.
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Pharmakokinetik
Absorption: Baclofen wird nach oraler Applikation rasch resorbiert.

Verteilung: Proteinbindung ca. 30%
maximale Plasmakonzentration nach ca. 30-90 min (p.o.)
Halbwertszeit: Eliminationshalbwertszeit: 3-4h
Ausscheidung: innerhalb von 72h werden etwa 75% der Dosis renal eliminiert

nach intrathekaler Applikation:
steady-state-Bedingungen im Liquor nach ca. 1-2 Tagen
während intrathekaler Anwendung beträgt die Plasmakonzentration bei Erwachsenen nicht mehr als 5 ng/ml, bei pädiatrischen Patienten um 10 ng/ml
Liquor-Eliminationshalbwertszeit nach intrathekaler Bolusinj. von 50-135 μg: 1-5h
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Allgemeine Beurteilung
zentrales Muskelrelaxans
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