BUPRENORPHIN
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Strukturformel    
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Strukturformel 
Buprenorphin
 
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: N02AE Opioide / Oripavin-Derivate
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Wirkmechanismus
– Zentral wirksames Analgetikum

Opioidanalgetika ahmen die Wirkung endogener Opioidpeptide (Endorphine, Enkephaline, Dynorphine) nach. Dadurch wird einerseits die Weiterleitung des Schmerzreizes gehemmt und andererseits das Schmerzempfinden im Thalamus und im limbischen System verändert.
Buprenorphin ist 20-40mal stärker analgetisch wirksam als Morphin. Es zeichnet sich durch eine dosisabhängige agonistisch-antagonistische Wirkung aus. Die Dosis von Buprenorphin kann nicht unbegrenzt gesteigert werden. Ab einer gewissen Menge nimmt die analgetische Wirkung nicht mehr zu und es überwiegen die opioidantagonistischen Effekte und damit die Nebenwirkungen. Bewiesen ist die glockenförmige Dosis-Wirkungs-Kurve nur im Tierversuch.
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Handelsnamen
Österreich Subutex, Temgesic, Transtec
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Anwendungsarten
nicht invasiv: oral (als Sublingualtabletten)
topisch als transdermales Pflaster

invasiv: Ampullen
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Indikationen
- starke und sehr starke Schmerzen (Neoplasmen, Myocardinfarkt oder postoperativ)
- Erzielung der Schmerzfreiheit im Rahmen der Praemedikation
(Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigkeit)
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Kontraindikationen
absolut:
bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wirk- oder Hilfsstoff
zentrale Atemdämpfung, erhebliche Obstruktion der Atemwege
Komedikation mit MAO-Hemmern, Schwangerschaft und Stillperiode, Kinder unter einem Jahr,

Pflaster: Da die Anwendung der Pflaster bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht wurde, werden sie in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.
nicht bei Opioidabhängigen und zur Substitution anwenden

relativ:
massive Einschränkung der Leberfunktion, Kreislaufschock, Schädel-Hirn-Trauma und intrakraniellem Druckanstieg, akutes Abdomen, Prostatahypertrophie, Myasthenia gravis, bei eingeschränkter Nierenfunktion muß die Dosis herabgesetzt werden

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Kinder
Sublingualtabletten:
Einzeldosis: 0,2-0,4mg alle 6-8h
maximale Tagesdosis: 5mg

Ampullen:
Einzeldosis: 0,3-0,6mg (i.m., i.v.)
Dosisintervall: 6-8h
Tagesmaximaldosis: 5mg
Sublingualtabletten:
unter 35kg/KG: siehe Ampullen
ab ca. 35kg/KG: 0,2mg alle 6-8h
ab ca.45kg/KG: 0,4mg alle 6-8h

Ampullen:
Kinder: 3-6µg/kg/KG alle 6-8h

Dosierung muß wie bei allen zentral wirksamen Analgetika individuell erfolgen.

Pflaster: Bei Patienten ohne vorherige Anwendung von Analgetika soll die Behandlung mit der niedrigsten Pflasterstärke begonnen werden.
Bei Umstellung auf Pflaster siehe Herstellerangaben
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art (selten)
ZNS: Sedierung bis hin zur Narkose, Halluzinationen, Konvulsionen, Euphorie (v.a. bei schneller Anflutung), Miosis
Herz und Kreislauf: Blutdrucksenkung, Orthostase
Atmung: Atemdepression (v.a. bei schneller Anflutung), Hustendämpfung
Magen: zentral bed. Übelkeit und Erbrechen, durch Kontraktion der glatten Muskulatur kommt es zu Obstipation
Leber und Pankreas: Kontraktion der Gallenblase und –gänge
Nieren und Blase: Ureterkontraktion, Hemmung des Miktionsreflexes
Haut: Hautjucken, Hautrötung
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Interaktionen
alle Wirkstoffe mit Wirkung aufs ZNS: ZNS-Funktionsstörung wird verstärkt
hohe Progesteronserumkonzentration: analget. Effekt verstärkt
MAO-Hemmer: zentrale Dysfunktionen
andere Opiate: Wirkungsverminderung (antagonist. Wirkung)
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Vorsichtsmaßnahmen
Keine Indikationen:
- Schmerzen, die auf schwächere Analgetika ansprechen
- akute Schmerzen mit Entzündung
- Durchbruchsschmerzen (zu träge Kinetik)
- perioperative Analgesieführung
- PCA

Die Straßenverkehrstüchtigkeit ist wie bei allen zentral wirksamen Analgetika eingeschränkt.
Über die Anwendung von Buprenorphin bei Kindern unter sechs Monaten liegen keine klein. Erfahrungen vor.
Bei Patienten, die unter der Wirkung von Drogen der Morphingruppe stehen, kann es durch die antagonistische Wirkung von Buprenorphin zur Entzugssymptomatik kommen.
Die starke Bindung von Buprenorphin an seinen Rezeptor bedeutet eine lange Wirkdauer, bereitet aber bei einer akzidentiellen Überdosierung Probleme, da es von Naloxon nur in hoher Dosierung verdrängt werden kann. Eventuell muß auf das Atemanaleptikum Doxapram ausgewichen werden.

Nach längerer Anwendung sollte Buprenorphin ausgeschlichen werden.

Pflaster:
- das Pflaster sollte für 72h getragen werden
- die Applikationsstellen sollten regelmäßig gewechselt werden
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Pharmakokinetik
Sublingualtabletten und Ampullen:
absolute Bioverfügbarkeit der Tabletten ca.55%
Die analget. Wirkung setzt abhängig von der Applikationsart nach 10-30 min ein, erreicht nach 60-120 min ihr Maximum und hält ca. 6-8h an.
maximale Plasmakonzentration nach ca. 200 min
Proteinbindung: 96%
Ausscheidung erfolgt größtenteilsüber die Feaces

Pflaster:
Nach Applikation wird Buprenorphin über die Haut aufgenommen..
Wirkungseintritt: 12-24h
maximalen Plasmakonzentration nach ca. 58h
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Allgemeine Beurteilung
Buprenorphin hat als Pflaster einen neuen Stellenwert zur Behandlung chronisch starker Schmerzen erlangt.
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