HYDROMORPHON
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Strukturformel    
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Strukturformel 
Hydromorphon
 
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: N02AA Opioide / Natürliche Opium-Alkaloide
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Wirkmechanismus
Opioidanalgetika ahmen die Wirkung endogener Opioidpeptide (Endorphine, Enkephaline, Dynorphine) nach. Dadurch wird einerseits die Weiterleitung des Schmerzreizes gehemmt und andererseits das Schmerzempfinden im Thalamus und im limbischen System verändert.
Hydromorphon ist ein hydrogenisiertes Morphinketon dessen pharmakologische Wirkung sich nicht wesentlich von Morphin unterscheidet. Es ist aber etwa 7,5mal wirksamer und es bildet im Gegensatz zu Morphin keine aktiven Metaboliten.
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Handelsnamen
Österreich Hydal
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Anwendungsarten
nicht invasiv: oral (Kapseln)
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Indikationen
- schwere und schwerste Schmerzen
- Durchbruchsschmerzen (akute Exazerbationen kontrollierter chronischer Schmerzen)
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Kontraindikationen
absolut:
bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wirk- oder Hilfsstoff
zentrale Atemdämpfung, erhebliche Obstruktion der Atemwege
Komedikation mit MAO-Hemmern, Phäochromozytom, Schwangerschaft und Stillperiode, Kinder unter 12 Jahren

relativ:
massive Einschränkung der Leberfunktion, Kreislaufschock, Schädel-Hirn-Trauma und intrakraniellem Druckanstieg, akutes Abdomen, Prostatahypertrophie, Myasthenia gravis, bei eingeschränkter Nierenfunktion muß die Dosis herabgesetzt werden

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Dosierung
Standarddosierung
Dosierung muß wie bei allen zentral wirksamen Analgetika individuell erfolgen.

Einzeldosis: 1,3 bis 2,6 mg alle 4h
bei retardierten Präparaten 4-8mg alle 12h
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art (selten)
ZNS: Sedierung bis hin zur Narkose, Euphorie (v.a. bei schneller Anflutung), Sehstörungen
Hydromorphon zeigt gegenüber Morphin in bezug auf Halluzinationen Vorteile
Herz und Kreislauf: Blutdrucksenkung, Orthostase
Atmung: Atemdepression (v.a. bei schneller Anflutung), Hustendämpfung, Bronchospasmus,
Magen: zentral bed. Übelkeit und Erbrechen, durch Kontraktion der glatten Muskulatur kommt es zu Obstipation
Leber und Pankreas: Kontraktion der Gallenblase und –gänge
Nieren und Blase: Ureterkontraktion, Hemmung des Miktionsreflexes
Haut: Hautjucken, Hautrötung
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Interaktionen
alle Wirkstoffe mit Wirkung aufs ZNS: ZNS-Funktionsstörung wird verstärkt
hohe Progesteronserumkonzentration: analget. Effekt verstärkt
Naloxonempfindlichkeit: bei Opiat-Langzeitmedikation erhöht
MAO-Hemmer: zentrale Dysfunktionen
Alkohol: analgetische Wirkung nimmt ab
Amitriptilin: Hydromorphonwirkung nimmt zu
Amphetamin: Potenzierung der zentralen Analgesiewirkung über noradrenerge Schmerzmodulation, Potenzierung der Atemdepression
Antibiotika (Chinolon, Gyrasehemmer, Laevo- und Travofloxacin): antibiot. Wirkung vermindert
Rifampicin: Hydromorphonwirkung vermindert bis aufgehoben
Atropin: analget. Wirkung nimmt durch cholinerge Schmerzmodulation ab
Benzodiazepine: negative Inotropie, zentr. Wirkung wird verstärkt
Cimetidin: Wirkung von Hydromorphon steigt (ZNS-Depression!!)
Clomipramin: Wirkung von Hydromorphonsteigt
Doxapram: unsichere und kurze Aufhebung der Atemdepression ohne Einfluß auf die Analgesie
Enzyminduktoren (Clonazepam, Diazepam, Ibuprofen, Indomethacin, Paracetamol,
Naproxen, Oxazepam, etc.) steigern die hepat. Biotransformation von Hydromorphon
MAO-Hemmer: zentrale Hemmung, zentrale Dysfunktion
N2O: ausgeprägte neg. Inotropie
Naltrexone: spezif. Antagonisierung; Intervall mind. 7-10 d
Neuroleptika: Potenzierung der zentraldepressiven Wirkung
Phenothiazine: analget. Effekt nimmt ab, Dysfunktionen ZNS nehmen zu
Physostigmin: analget. Effekt nimmt zu
Scopolamin: Dysfunktionen ZNS nehmen zu, Analgesiepotenzierung möglich
Yohimbin: Toleranz verzögert
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Vorsichtsmaßnahmen
Keine Indikationen:
- posttraumatische Schmerzen mit starker Entzündung
- Schmerzen, die auf schwächere Schmerzmittel ansprechen
- perioperative Analgesieführung
- repetierte Anwendung in fixer Wirkstoffkombination

Die Straßenverkehrstüchtigkeit ist wie bei allen zentral wirksamen Analgetika eingeschränkt.
Nach längerer Anwendung sollte Hydromorphon ausgeschlichen werden.
Fluorouracil ist im Gegenstz zu Morphin mit Hydromorphon kompatibel in Glucose 5%.
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Pharmakokinetik
Nach der Resorption unterliegt Hydromorphon der Metabolisierung in der Leber und ist danach nur mehr zu etwa 50% bioverfügbar.
Proteinbindung:ca.7%
maximale Plasmakonzentration nach ca. 1h
terminale β-Halbwertszeit: ca. 1h
Ausscheidung: vorwiegend renal
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Allgemeine Beurteilung
Hydromorphon ist ein ideales Analgetikum zur Behandlung chronisch starker Schmerzen v.a. auch bei älteren Patienten.
Alternative zu Morphin
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