PAMIDRONSäURE
Index
Wirkmechanismus Handelsnamen Anwendungsarten
Indikationen Dosierung Kontraindikationen
Nebenwirkungen Interaktionen Vorsichtsmaßnahmen
Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung Strukturformel
goto top of page
Strukturformel 
Pamidronsäure
 
goto top of page
Wirkmechanismus
Bisphosphonate greifen direkt in den Knochenstoffwechsel ein.
Pamidronsäure bindet direkt an die Oberfläche von Hydroxylapatitkristallen und ist ein stark wirksamer Hemmer der osteoklastischen Knochenresorption. Dadurch kommt es zu einer Verminderung des Knochenabbaus, zu einer Senkung der Serumkalziumkonzentration und zu Schmerzreduktion.
goto top of page
Handelsnamen
Österreich Aredia, Pamitor
goto top of page
Anwendungsarten
invasiv:
- Trockensubstanz zur Infusionsherstellung
goto top of page
Indikationen
- tumorinduzierte Hypercalcämie
- tumorinduzierte Osteolyse bei Metastasen und beim Multiplen Myelom
- Paget-Syndrom
goto top of page
Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegenüber Wirkstoff oder andere Bisphosphonate
- schwere Niereninsuffizienz
- Kinder
- Schwangerschaft und Stillperiode

goto top of page
Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
tumorinduzierte Hypercalcämie:
i.v.-Rehydratation vor Therapiebeginn empfohlen
Die Dosierung erfolgt je nach Schweregrad der Hypercalcämie
initialer Ca-Spiegel: bis 12,0 mg/dl Gesamtdosis: 30 mg in 125 ml Lösung
12-14 mg/dl 30 mg in 125 ml Lösung oder 60 mg in 250 ml Lösung
14-16 mg/dl 60 mg in 250 ml Lösung oder
90 mg in 500 ml Lösung
über 16 mg/dl 90 mg in 500 ml Lösung

Die Gesamtdosis kann entweder als Einzelinfusion oder in mehreren Infusionen über 2-4 aufeinanderfolgenden Tagen appliziert werden.
normalerweise innerhalb von 7 Tagen Normalisierung des Ca-Spiegels
Bei Wiederauftreten der Hypercalcämie bzw. Nichtansprechen auf die Therapie kann eine weitere Behandlung durchgeführt werden.

Knochenmetastasen:
90 mg in 250 ml Lösung über 2h alle 3-4 Wochen

Mutiples Myelom:
90 mg in 500 ml Lösung über 4h alle 3-4 Wochen

Paget-Syndrom:
Gesamtdosis 180-210 mg
In sechs Einzeldosen zu 30 mg einmal wöchentlich
In drei Einzeldosen zu 60 mg alle 2 Wochen (es empfiehlt sich mit 30 mg zu beginnen, um Nebenwirkungen hintanzuhalten; Gesamtdosis dann 210 mg)

Dieses Dosierungsschema kann nach 6 Monaten wiederholt werden.
goto top of page
Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art, in hoher Dosierung abnorme Petrosierungen, Fieber und grippeähnliche Symptome, Schüttelfrost und Müdigkeit, Knochenschmerzen, Arthralgie, Myalgie,
ZNS: Nausea, Kopfschmerzen, motor. Unruhe, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Krämpfe, visuelle Halluzinationen
Herz und Kreislauf: Hypotonie, Hypertonie, Ödeme durch Hyperhydratation
Magen-Darm-Trakt: Emesis, Dyspepsie, Diarrhoe
Leber und Pankreas: abnorme Leberfunktionswerte,
Nieren und Blase: Nierenversagen bei zu schneller Infusion, Hämaturie,
Blut: Hypokalzämie (gut durch exogene Ca-Gabe zu beherrschen), Hypophosphatämie, Hypomagnesiämie, Lymphozytopenie, Leukopenie, Thrombozytopenie
Haut: Hautausschläge, Pruritius, Reaktionen an der Applikationsstelle
goto top of page
Interaktionen
Kalzitonin: synergistischer Effekt
Nicht mit anderen Bisphosphonaten kombinieren.
goto top of page
Vorsichtsmaßnahmen
Pamidronsäure muß langsam infundiert werden max.60mg/h (Nierenversagen)
bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz: maximale Infusionsrate von 20mg/h
Nicht bei frischen Frakturen und Oesophagusstrikturen anwenden.
Engmaschige Kontrolle von: Nierenfunktion, Kalzium-, Phosphat- und Magnesiumspiegel
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz muß eine Hyperhydratation vermieden werden.
Keine klin. Erfahrungen über Dosierungen bei Pat. mit schwerer Leberinsuffizienz.
Auf eine ausreichende Kalziumzufuhr ist zu achten (eventuell Kalzium- oder Vitamin D-Komedikation)
In seltenen Fällen kann es zu Benommenheit und Schwindel nach der Infusion kommen, dann ist das Lenken von Fahrzeugen und die Bedienung von Maschinen zu vermeiden.
goto top of page
Pharmakokinetik
Pamidronsäure hat starke Affinität zu kalkhaltigem Material
Im Serum ist sie nur kurz nach Infusionsende nachzuweisen (die scheinbare Halbwertszeit im Plasma beträgt 0,8h).
20-55% der Dosis werden unverändert innerhalb von72h im Harn wiedergefunden
goto top of page
Allgemeine Beurteilung
Standardtherapie bei Schmerzen mit Knochenabbau
goto top of page
© CEDIP Franz Resatz GmbH

Webmaster:T-SIGN STUDIOS VIENNA