PIRITRAMID
Index
Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code Wirkmechanismus Handelsnamen
Anwendungsarten Indikationen Dosierung
Kontraindikationen Nebenwirkungen Interaktionen
Vorsichtsmaßnahmen Pharmakokinetik Allgemeine Beurteilung
Strukturformel    
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Strukturformel 
Piritramid
 
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Klinisch-pharmakologische Klassifizierung / ATC-Code
– ATC-Code: N02AC Opioide / Diphenylpropylamin-Derivate
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Wirkmechanismus
Opioidanalgetika ahmen die Wirkung endogener Opioidpeptide (Endorphine, Enkephaline, Dynorphine) nach. Dadurch wird einerseits die Weiterleitung des Schmerzreizes gehemmt und andererseits das Schmerzempfinden im Thalamus und im limbischen System verändert.
Piritramid ist etwas schwächer als Morphin und zeichnet sich durch raschen Wirkungseintritt (1-2 min nach i.v. bzw. 15-20 min nach s.c. oder i.m.-Applikation) aus.
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Handelsnamen
Österreich Dipidolor
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Anwendungsarten
invasiv:
- Ampullen (zur s.c., i.m. bzw. i.v.-Injektion)
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Indikationen
- schwere Schmerzzustände wie Tumorschmerzen, präterminale oder postoperative Schmerzen
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Kontraindikationen
absolut:
bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Wirk- oder Hilfsstoff
zentrale Atemdämpfung, erhebliche Obstruktion der Atemwege
Komedikation mit MAO-Hemmern, akute hepatische Porphyrie, Kinder unter einem Jahr, Nebenniereninsuffizienz

relativ:
massive Einschränkung der Leberfunktion, Kreislaufschock, Schädel-Hirn-Trauma und intrakraniellem Druckanstieg, akutes Abdomen, Prostatahypertrophie, Myasthenia gravis, bei eingeschränkter Nierenfunktion muß die Dosis herabgesetzt werden. In der Schwangerschaft und Stillperiode nur unter strenger Indikation

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Dosierung
Standarddosierung
Erwachsene
Einzeldosis:
15-30 mg s.c., i.m.
7,5-22,5 mg i.v. (langsam und nur wenn schneller Wirkungseintritt erforderlich)

Dosisintervall:6h

Dosierung muß wie bei allen zentral wirksamen Analgetika individuell erfolgen.
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Nebenwirkungen
Allgemein: allergische Reaktionen jeder Art (selten), lokal Unverträglichkeiten
ZNS: Sedierung bis hin zur Narkose, Singultus, Euphorie (v.a. bei schneller Anflutung), Miosis
Herz und Kreislauf: Blutdrucksenkung, Orthostase
Atmung: Atemdepression (v.a. bei schneller Anflutung), Hustendämpfung
Magen: zentral bed. Übelkeit und Erbrechen, durch Kontraktion der glatten Muskulatur kommt es zu Obstipation
Leber und Pankreas: Kontraktion der Gallenblase und –gänge
Nieren und Blase: Ureterkontraktion, Hemmung des Miktionsreflexes
Haut: Hautjucken, Hautrötung, Unverträglichkeiten an der Injektionsstelle (Thrombophlebitis)
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Interaktionen
Neuroleptika: Potenzierung der analget. Wirksamkeit
alle Wirkstoffe mit Wirkung aufs ZNS: ZNS-Funktionsstörung wird verstärkt
hohe Progesteronserumkonzentration: analget. Effekt verstärkt
Naloxonempfindlichkeit: bei Opiat-Langzeitmedikation erhöht
MAO-Hemmer: zentrale Dysfunktionen
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Vorsichtsmaßnahmen
Keine Indikationen sind:
- akute und chronische schwache bis mittelstarke Schmerzen
- Perioperative Analgesieführung
- Schmerzen, die mit schwächeren Analgetika behandelbar sind

Die Straßenverkehrstüchtigkeit ist wie bei allen zentral wirksamen Analgetika eingeschränkt.
Nach längerer Anwendung sollte Piritramid ausgeschlichen werden.
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Pharmakokinetik
Plasmaeliminationshalbwertszeit: 4-10h
Ausscheidung: Die inaktiven Metaboliten werden hauptsächlich mit dem Stuhl und nur zu geringem Teil über die Niere ausgeschieden.
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Allgemeine Beurteilung
Piritramid ist der postoperativen Schmerztherapie vorbehalten.
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