Tocilizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen den humanen Interleukin-6-(IL-6)-Rezeptor, produziert mit rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters.
ATC Klassifikation: L04AC07
Interleukin 6 (IL-6) Rezeptor Inhibitor
Tocilizumab bindet sowohl an den löslichen als auch an den membrangebundenen IL-6 Rezeptor, inhibiert dadurch die Signaltransduktion und im folgenden die proinflammatorische Wirkung von IL-6 im Entzündungsprozess.
Die Behandlung sollte durch einen in der Diagnose und Behandlung der RA erfahrenen Arzt begonnen werden.
i.v.: 80/200/400 mg Tocilizumab Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Mäßige bis schwer aktive rheumatoide Arthritis
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
Aktive, schwere Infektionen
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Infektionen des oberen Respirationstrakts, Nasopharyngitis, Kopfschmerzen, Hypertonie und erhöhte ALAT.
Infektionen: Infektionen des oberen Respirationstrakts, Zellulitis, Pneumonie, oraler Herpes simplex, Herpes zoster, Divertikulitis
Gastrointestinaltrakt: Abdominale Schmerzen, Mundulzera, Gastritis, Stomatitis, Magengeschwür
Haut: Exanthem, Pruritus, Urtikaria
Nervensystem: Kopfschmerzen, Schwindel
Gefäßerkrankungen: Hypertonie
Blut und Lymphsystem: Leukopenie, Neutropenie
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen: Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie
Verabreichungsort: Peripheres Ödem, Überempfindlich¬keitsreaktionen
Augen: Konjunktivitis
Atemwege: Husten, Dyspnoe
Niere: Nephrolithiasis
Endokrine Erkrankungen: Hypothyroidismus
Nähere Informationen inklusive Häufigkeit des Auftretens zu
• Infektionen
• Gastrointestinale Perforationen
• Infusionsreaktionen
• Hämatologische Anomalien
siehe aktuelle Fachinformation
Die Bildung der hepatischen CYP450-Enzyme wird durch Zytokine, wie IL-6, das die chronische Entzündung stimuliert, unterdrückt. Daher ist zu erwarten, dass die Bildung von CYP450-Enzymen normalisiert wird, wenn eine wirksame Behandlung zur Zytokinhemmung, wie Tocilizumab, eingeleitet wird.
Schwangerschaft und Stillzeit:
Keine Anwendung.
Gebärfähige Frauen sollten während der Behandlung und 6 Monate danach eine wirksame Kontrazeption betreiben.
Infektionen:
Kein Behandlungsbeginn bei aktiven Infektionen
Unterbrechung der Anwendung von RoActemra bei schwerwiegenden Infektionen bis Infektion unter Kontrolle ist.
Besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf ein frühzeitiges Erkennen schwerwiegender Infektionen wird empfohlen, da Anzeichen und Symptome einer akuten Entzündung aufgrund der Unterdrückung der Akut-Phase-Reaktion abgeschwächt sein können.
Tuberkulose:
Vor Beginn der Behandlung mit RoActemra auf eine latente Tuberkulose (TB) untersuchen.
Prophylaktische Behandlung einer latenten Tuberkulose vor Behandlungsbeginn.
Divertikulitis:
Vorsichtige Anwendung von RoActemra bei intestinalen Ulzerationen oder Divertikulitis in der Anamnese.
Umgehende Untersuchung bei Symptomen, die mit einer Divertikulitis in Verbindung gebracht werden können, um eine Divertikulitis, die mit gastrointestinalen Perforationen verbunden sein kann, auszuschließen.
Überempfindlichkeitsreaktionen:
Geeignete Mittel zur Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion müssen während der Behandlung mit RoActemra zum sofortigen Gebrauch bereit stehen. Wenn eine anaphylaktische Reaktion oder eine andere schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktion/schwerwiegende infusionsbedingte Reaktion auftritt, muss die Anwendung von RoActemra sofort abgebrochen und die Behandlung mit RoActemra dauerhaft beendet werden.
Impfungen:
Lebendimpfstoffe und attenuierte Lebendimpfstoffe sollten nicht gleichzeitig mit RoActemra verabreicht werden, da die klinische Sicherheit noch nicht nachgewiesen wurde.
Kombination mit TNF Inhibitoren:
Nicht empfohlen

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der aktuellen Fachinformation
Mittelschwere bis schwere aktive rheumatoide Arthritis erwachsener PatientInnen ab 18 Jahren nach Versagen von mindestens einem DMARD (diseasemodifying anti-rheumatic drug), wobei Methotrexat in ausreichender Dosierung und ausreichender Dauer verabreicht worden sein muss. Um eine maximale Wirksamkeit zu gewährleisten, wird RoActemra in Kombination mit Methotrexat angewendet. RoActemra kann, im Falle einer Unverträglichkeit von Methotrexat, als Monotherapie angewendet werden. Erstverordnung und engmaschige Kontrolle durch einen Facharzt/eine Fachärztin mit Additivfach Rheumatologie oder durch Zentren, die berechtigt sind, solche auszubilden.